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Geomantie und Matriarchat. Ein paar kulturhistorische Reflexionen.

(Vortrag auf dem Internationalen Kongress, Spital am Pyhrn 2023)


I. Was ist ein Matriarchat, und was ist matriarchale Landschaftsmythologie?


Ich möchte zuerst in Kürze erläutern, was in der modernen Matriarchatsforschung unter „Matriarchat“ verstanden wird. Diese begriffliche Genauigkeit unterscheidet sie von der traditionellen Matriarchatsforschung, an welcher der Mangel an einer klaren Definition und wissenschaftlichen Begründung dieses Wissensgebiets verwundert. 1)


Auf dem Boden der Erforschung von gegenwärtigen Gesellschaften dieses Typs weltweit entwickelte ich eine detaillierte Definition der matriarchalen Gesellschaftsform. 2) Sie ist eine strukturelle Definition, denn sie formuliert stichwortartig die Tiefenstruktur von Matriarchat auf allen gesellschaftlichen Ebenen: der ökonomischen, der sozialen, der politischen, der weltanschaulich-kulturellen.


Die ökonomischen Muster: Matriarchate sind autarke Gesellschaften, die meist auf Gartenbau oder Ackerbau beruhen; Land und Häuser sind Sippeneigentum, niemals Privatbesitz; Frauen haben die Verteilung der lebenswichtigen Güter in der Hand; ständiger Ausgleich der Ebene des Wohlstands durch Austausch von Gütern, insbesondere als Geschenke bei den zahlreichen Festen, in perfekter Gegenseitigkeit – daher ökonomische Ausgleichsgesellschaften.


Die sozialen Muster: Die soziale Einheit sind Sippen/Clans, die durch Matrilinearität (Verwandtschaft in Mutterlinie) und Matrilokalität (Wohnsitz im Mutterhaus) zusammengehalten werden; „Besuchsehe“ nur über Nacht vonseiten der Männer bei sexueller Freiheit für beide Geschlechter; biologische Vaterschaft ist unbekannt oder unbedeutend; Männer als Mutterbrüder die „sozialen Väter“ der Schwesterkinder; Verwandtschaft aller Clans untereinander wie eine „große Familie“, gegenseitiges Hilfssystem – daher nicht-hierarchische Verwandtschaftsgesellschaften.


Die politischen Muster: Alle Entscheidungen werden nach dem Konsensprinzip in Sinne von Einstimmigkeit getroffen; das gilt fürs Clanhaus, Dorf oder Stadt und die ganze Region; Männer sind meist die Delegierten der Clans im Dorfrat oder Stammesrat; sie agieren nur als Sprecher, aber nicht als Entscheidungsträger; keine Klassen und Herrschaftsstrukturen, kein Machtgefälle zwischen den Geschlechtern und Generationen – daher egalitäre Konsensgesellschaften.


Die kulturellen Muster: Zentral ist der Glaube an die Wiedergeburt aller Wesen; Verehrung der Ahninnen und Ahnen, die als Kinder in derselben Sippe wiedergeboren werden; das Göttliche ist immanent, die Welt selbst wird als göttlich betrachtet, als weiblich göttlich; das Universum ist die Schöpferin-Göttin, die Erde die Urmutter alles Lebendigen; alle Naturerscheinungen und Lebewesen werden verehrt; Abwesenheit einer dualistischen Weltsicht und Moral; alles im Leben ist Teil eines symbolischen, rituellen Systems – daher sakrale Gesellschaften als Göttinkulturen.


Wir müssen nach den neuesten Forschungen davon ausgehen, dass diese matriarchale Gesellschaftsform nicht nur eine kurzfristige oder exotische Nebenerscheinung in der menschlichen Kulturgeschichte gewesen ist, sondern dass sie die Jahrtausende der Jungsteinzeit (Neolithikum) und teilweise auch die Bronzezeit umfasst hat. Das Neolithikum war gekennzeichnet von der ökonomischen Revolution der Erfindung des Ackerbaus, Hausbaus und den damit verbundenen Künsten, wesentlichen Erfindungen insbesondere von Frauen, mit denen die Entwicklung des klassischen Matriarchats als egalitärer Gesellschaft einherging.


Wenn wir von dieser veränderten Perspektive auf die Kulturgeschichte der Menschheit blicken, dann können wir für sämtliche kulturellen Erscheinungen sagen, dass sie über einen weitaus längeren Zeitraum in einem matriarchalen Zusammenhang gestanden haben als in einem patriarchalen. Das gilt auch für die kulturelle Erscheinung der Geomantie, so dass die Frage entsteht: Was war denn Geomantie im Matriarchat?


Diese Frage ist vor dem Hintergrund des matriarchalen Weltbildes, das ich kurz skizzierte, nicht schwer zu beantworten. Sie war die Kunst, menschliche Kultur, d.h. Architektur und Technik, mit der Erscheinung der Landschaft in Einklang zu bringen, und sie war getragen von einer religiösen Haltung. Man wandte sich damit der Erde als der Urmutter zu, und die Menschen bildeten im Kleinen nach, was ihnen die Erde im Großen zeigte.


Denn die Erde war für sie eine große, nicht zu überschauende Göttin, daher nahmen sie deren begrenzte Erscheinungen wie einen Berg, ein Tal, einen See, einen Stein als pars pro toto, als Teil für das Ganze. Bevorzugt wurden dabei Teile der Erde mit ausgeprägt weiblichen Zügen, d. h. mit Formen, die symbolisch als weiblich gelesen werden konnten. Hier zeigte sich die Erde für die Menschen sinnfällig als Große Frau und Mutter, solche Landschaftszüge galten als heilig, sie wurden mit Kultplätzen, Grabstätten und Wohnorten besetzt. Mit den bedeutungsvollen Landschaftszügen, an denen diese Plätze standen, schufen die Menschen eine symbolische Landschaft. Dafür projizierten sie ihre religiöse Symbolik auf die Landschaft und machten sie auf diese Weise zu einer sakralen. 3)


Dies lässt sich mit der Methode der matriarchalen Landschaftsmythologie herausfinden, die ich entwickelt habe und die es erlaubt, eine Landschaft in ihrer alten, sakralen Bedeutung zu entziffern. Dieser Vorgang der Entzifferung geht nicht schnell, er kann für eine konkrete Landschaft Jahre dauern. Er enthält zehn Schritte:

1. das immer wiederholte Begehen einer Landschaft, denn die Menschen in der Jungsteinzeit gingen zu Fuß;

2. das Auffinden alter, heiliger Hügel, heute meist mit Burgen, Kirchen und Kapellen besetzt; 3. das Identifizieren von Sichtlinien und Kultlinien, die wichtigen astronomischen Daten wie den Tagundnachtgleichen und Sonnwenden entsprechen;

4. die archäologische Analyse;

5. die linguistische Analyse alter Ortsnamen;

6. die Kenntnis der matriarchalen Symbolik;

7. die Analyse von Kirchensymbolik, die oft versteckt matriarchale Symbolik enthält;

8. die Analyse der Sagen und Legenden von diesen Plätzen;

9. die Analyse der lokalen Volksbräuche;

10. die Einbeziehung von kulturellen Nischen in Rückzugsgebieten.


II. Ein paar Beispiele


1. Beispiel (erforscht von Kurt Derungs)

Die Landschaftsformation bei Lenzburg, Schweiz, ist das erste Beispiel. Dort wurden drei Hügel als eine liegende Landschaftsgöttin gesehen: der kleinste Hügel ihr Kopf, der mittlere ihr langgestreckter Leib und der größte ihre runden, schwellenden Hüften.

Genau in der kleinen Talsenke zwischen Leib und Hüften fand man ein neolithisches Gräberfeld aus Steinkisten mit Bestatteten in Embryohaltung (ab 4.200 v.u.Z.). Das teils zerstörte Gräberfeld umfasste nach archäologischen Vermutungen einmal 500 Personen, jetzt wurden noch 100 gefunden.

Es ist leicht zu erkennen, dass man die Verstorbenen hier buchstäblich in den „Schoß der Göttin“, der Erdmutter in ihrer lokalen Form bettete, damit ihnen die Wiedergeburt sicher war. 4)


Die folgenden Beispiele und viele andere stammen von mir und können in meinen beiden Büchern zur matriarchalen Landschaftsmythologie gefunden werden: 5)


2. Beispiel

Ein weiteres Beispiel sind die beiden Gleichberge bei Römhild (Thüringen, Deutschland), die genauso wie andere gleichgeformte Zwillingshügel als „Brüste“ der Erdmutter betrachtet wurden.

Solche „Busenberge“ gibt es zahlreich, und regelmäßig beziehen sich früheste Kultstätten auf sie. Andere Beispiele sind: die „Paps of Danu“, die „Brüste der Dana“, bei Killarney in Irland; die „Paps of Jura“, die „Brüste der Jura“, bei Cnoc Seanndda in Schottland;

die Zwillingsgipfel des Osser-Berges in Bayern, die heute noch in verchristlichter Version die „Brüste der Mutter Gottes“ genannt werden.


Interessanterweise befindet sich bei den Gleichbergen in Thüringen das „Grabfeld“, eine Gegend, die mit Gräbern aus dem 3.-2. Jt. v. u. Z. geradezu übersät ist und als das größte archäologische

Bodendenkmal in Deutschland gilt. Die Verstorbenen ruhen hier buchstäblich am Busen der Göttin, die sie im Jenseits nähren würde, bis sie ins Leben zurückkehren wollen. 6)


Solche Beispiele lassen sich beliebig vermehren. Stets wird dabei die Landschaft als eine Erscheinung der Erdmutter betrachtet, die je nach lokaler Gegend eine andere Gestalt mit anderem Namen haben kann: Das ergibt die verschiedenen Landschaftsgöttinnen, die jedoch immer die Eine Mutter Erde meinen.


Die jungsteinzeitlichen Menschen betonten mit ihren religiösen Bauten jedoch nicht nur die natürliche Landschaft, sondern sie formten mit großen Erdwerken und Steinsetzungen die Landschaft aktiv zu einer symbolischen um. In der am meisten ausgearbeiteten Form ergab das Ensemble solcher Bauten in der Landschaft einen „Landschafts-Tempel“. 7)


3. Beispiel

Einen solchen Landschafts-Tempel stellt das Dreisamtal bei Freiburg im Schwarzwald, Deutschland, dar. Dieses Tal ist wie ein weiblicher Schoß, wie ein Uterus, geformt und exakt von Ost nach West ausgerichtet. In seiner Mitte liegt eine archäologische Stätte, die keltische Sieldung Tarodunum, deren Wurzeln bis ins Neolithikum zurückreichen. Das Tal ist von Kapellen auf alten, heiligen Hügeln umgeben, die durch Sichtlinien miteinander verbunden sind. Diese Kapellen befinden sich auf der exakten Position der Haupt-Himmelsrichtungen des Tales.


Die Ost-West-Achse wird von zwei Burgen auf Hügeln besetzt, die heute Ruinen sind, so dass man keine Symbole mehr finden kann. Aber wenn solche Burgruinen Plätze von Legenden sind, dann werden sie interessant: In diesem Tal ist die Burgruine im Osten mit der Sage von einer leuchtenden Weißen Frau verknüpft, die nicht in der Nacht, sondern am helllichten Tag erscheint. Das entspricht matriarchalem Denken, worin Osten die Himmelsrichtung von Licht und Leben ist, daher muss dieser Platz einst einer jugendlichen Weißen Göttin geweiht gewesen sein. Im Westen des Tales liegt der „Schlossberg“ von Freiburg, dessen Sage von einer weisen, alten Frau berichtet, die in seiner Tiefe lebt und einen großen Schlüsselbund besitzt. Westen gilt im matriarchalen Denken als die Himmelsrichtung der Dunkelheit und des Todes, daher war dieser Platz einst die Wohnung einer Schwarzen Göttin des Todes und der Wiedergeburt, worauf die Schlüssel hinweisen.


Die anderen, heiligen Hügel rings um das Tal wurden verchristlicht, das heißt, mit Kirchen und Kapellen besetzt. Diese Kapellen sind jedoch ausschließlich Maria und weiblichen Heiligen gewidmet. Deren Symbole weisen auf die frühere Bedeutung der Plätze hin, das heißt, auf die ehemaligen Göttinnen, die durch die christlichen Gestalten verdrängt und überdeckt wurden. So befinden sich im Norden – der Himmelsrichtung der Nacht – zwei dunkle Heilige: St. Ottilie im schwarzen Gewand und, in der namentlichen „Schlangen-Kapelle“, ein Madonna in Schwarz mit einer schwarzen Schlange. Die Schlange ist in matriarchaler Symbolik ein Tier der Unterwelt oder Anderswelt, die im Norden liegt, wo die Ahnenwesen wohnen. In der entgegen gesetzten Richtung, dem Süden – der Himmelsrichtung des Mittags – befinden sich zwei lichte Heilige: St. Barbara als eine Himmelsfrau und eine weiße Madonna, welche die Lichtbringerin Brigid ersetzt hat. Diese vier Kapellen sind durch zwei Nord-Süd-Linien direkt miteinander verbunden.


Außerdem ist eine der südlichen Kapellen durch eine lange, diagonale „Sommer-Linie“ auch nach Nordosten ausgerichtet, denn zur Sommersonnwende geht die Sonne im Nordosten auf. Dort auf dem heiligen Hügel im Nordosten thront in der Kapelle eine ganz und gar goldene Madonna in einem Strahlenkranz, die überdeutlich macht, dass hier eine ehemalige Sonnengöttin verdrängt wurde. Demgegenüber weist die nördliche „Schlangen-Kapelle“ entlang der diagonalen „Winter-Linie“ nach Südosten, wo die Sonne zur Wintersonnwende aufgeht. Hinter dem Hügel ragt namentlich noch heute der „Winterberg“, und in der Kapelle auf dem Hügel sieht man eine Madonna in einem dunklen Mantel, die sich über ihren toten Sohn auf ihrem Schoß beugt und ihn beweint (eine Pietà). Sie wurde an die Stelle einer ehemaligen Schwarzen Göttin des Todes gesetzt.


Diese kurzen Bemerkungen müssen hier genügen um zu zeigen, dass dieses Tal einst eine sakrale Landschaft gewesen ist. Es war in allen Himmelsrichtungen von Göttinnen auf ihren Hügeln umgeben, die es in einen schönen und leicht zu beobachtenden Landschaftstempel mit seinen Kultlinien und heiligen Wegen verwandelten.


4. Beispiel (erforscht von Michael Dames)

Das großartigste Beispiel eines Landschafts-Tempels ist die Anlage von Avebury in Südengland: Sie umschließt mit ihren beiden geschwungenen Steinalleen in weiten Bögen den besonderen Hügel Silbury Hill, der zur gleichen Zeit errichtet wurde und exakt südlich davon

liegt. 8) Mit ihrer Weiträumigkeit macht diese Anlage die Gegend zu einer sakralen Landschaft, zu einem symbolischen Landschaftsbild. Wenn man sie von Süden vom Silbury Hill her betrachtet, könnte sie das abstrakte Bild eines Wesens mit zwei Brüsten bedeuten, dessen Arme oder Beine weit ausgebreitet sind, was die Gebärhaltung, das heißt, die Haltung einer Frau bei der Geburt, darstellt. Dafür spricht, dass Silbury Hill eine Grabstätte ist, so dass hier die Idee der Wiedergeburt aus der Erdmuttergöttin großräumig abgebildet ist.

Auffällig ist beim Avebury-Henge außerdem die ausgeprägte Zweiheit: zwei innere Steinkreise, der nördliche und südliche, umgeben vom großen äußeren Steinkreis; zwei Steinalleen, die südwestliche „Beckhampton Avenue“ und die südöstliche „West Kennet Avenue“, die beide in zwei überdachte, sakrale Rundgebäude mündeten, das „Sanctuary“ und sein verloren gegangenes Gegenstück. Zwei Typen von stehenden Steinen, die schmalen „männlichen“ Steine und die breit gelagerten „weiblichen“ Steine in Rauten- oder Diamantform, kommen im äußeren und in den inneren Steinkreisen vor.

Hier ist die Polarität der Welt mitgedacht, die sich neben vielem anderen auch als Weiblich-Männlich-Polarität manifestiert, wobei ihre beiden Seiten stets in Balance sein müssen. Es ist die „polare Kosmologie“, ein Grundprinzip im matriarchalen Denken, das in der Megalitharchitektur überall abgebildet wurde. Besonders exponiert zeigen die Steinsetzungen in der Mitte der zwei Innenkreise diese Polarität: Im Zentrum des südlichen inneren Ringes befindet sich eine vermutlich weibliche D-Form aus kleineren Steinen, verbunden mit dem hier größten, einzelnen Menhir, dem „Obelisk“ (heute nicht mehr vorhanden). Im nördlichen inneren Ring gab es eine große Steinkammer, „The Cove“, die im 18. Jh. zusammenbrach und zwei riesige Steine übrig ließ, denen man die männliche und weibliche Form deutlich ansieht.

Diese beiden letzten Beispiele zeigen, wie die Menschen eine Gegend mit Kultstätten in bestimmter Anordnung besetzten, um ein abstraktes Bild der Erdmutter zu schaffen. Das kann noch in eine größere Dimension hineinreichen.


5. Beispiel (erforscht von Michael Dames)

Der Avebury-Komplex ist noch in einer weiteren Hinsicht interessant. Man hat nämlich herausgefunden, dass es in der weiten Umgebung von Avebury 27 neolithische Kultplätze gibt, die untereinander in Beziehung standen. Sie liegen in relativ kurzen Distanzen zueinander und boten untereinander Sichtlinien, die zugleich Kommunikationslinien

mittels Feuern in der Nacht waren, ebenso Kultwege und Pilgerlinien. Wenn man diese Linien wieder rekonstruiert, so zeigen sie das zusammengesetzte, großräumige Bild der göttlichen Erde-Frau. Avebury-Henge und Silbury Hill befinden sich dabei im Schoßzentrum der riesigen Landschaftsgöttin. 9) Das betont nochmals ihre Bedeutung für das religiöse Weltbild der jungsteinzeitlichen Menschen, in welchem Geburt und Wiedergeburt aus der Göttin im Zentrum standen.


In dieser neolithischen Gestaltung von landschaftlichen Zügen zu sakralen Landschaften liegt

der Ursprung der Geomantie. Doch in den folgenden patriarchalen Epochen wurde ihre

Herkunft aus dem sakralen, matriarchalen Weltbild vergessen und die Geomantie von diesem

liebevollen Einverständnis mit der Landschaft gelöst. Sie diente nun für militärische Zwecke, z.B. zum Bau von Keltenschanzen, römischen Kastellen und mittelalterlichen Zwingburgen. Später wurde sie für die Prachtentfaltung der herrschenden Eliten beim Bau von deren Kathedralen und Schlössern benutzt. Auf diese Weise von ihrer ursprünglichen Aufgabe, menschliche Architektur mit der Erscheinung der Landschaft in Einklang zu bringen, entfremdet, hat sie die heutige Zerstückelung der Landschaft bis hin zu deren Zerstörung nicht aufhalten können.


Fussnoten:


1 Johann Jakob Bachofen: Das Mutterrecht, Stuttgart 1861, Neuausgabe in Auswahl durch

H. J. Heinrichs, Frankfurt 1975, Suhrkamp Verlag.

2 Heide Göttner-Abendroth: Matriarchale Gesellschaften der Gegenwart. Band I: Ostasien,

Indonesien, Pazifischer Raum, Neuausgabe, Stuttgart 2021, Kohlhammer Verlag.

Dies.: Matriarchale Gesellschaften der Gegenwart. Band II: Amerika, Indien, Afrika,

Neuausgabe, Stuttgart 2022, Kohlhammer Verlag.

3 Bei gegenwärtigen matriarchalen Gesellschaften ist der sakrale Bezug zur Landschaft ein Teil ihrer Kultur, daher können und wollen sie sich nicht von ihrem Land trennen; siehe z.B. die Geschichte der Hopi in Arizona, der Irokesen mit ihren sakralen Mounds in Ohio (beide Nordamerika) und der Khasi mit ihren Megalithbauten (Nordost-Indien).

4 Vgl. Kurt Derungs: Landschaften der Göttin, Bern 2000, Edition Amalia, S. 11-16, 24-29.

5 Heide Goettner-Abendroth: Matriarchale Landschaftsmythologie,Stuttgart 2014, Kohlhammer Verlag; dieselbe: Berggöttinnen der Alpen, Bozen 2016, Raetia Verlag.

6 Vgl. Göttner-Abendroth: Matriarchale Landschaftsmythologie, S. 87-89.

7 Über Landschaftstempel und wie man sie findet siehe zwei Beispiele von Göttner-Abendroth: das Dreisamtal im Schwarzwald, in: Matriarchale Landschaftsmythologie, Kap. 4, und das Oberhalbsteiner Tal/Surses (Ostschweiz), in: Berggöttinnen der Alpen, Kap. 3.

8 Michael Dames: The Avebury Cycle, London 1977, 1996, Thames and Hudson.

9 Dames: The Avebury Cycle, S. 185-218.


Video-Aufzeichung dieses Vortrags beim Internationalen D-A-CH-Kongress in Spital am Pyhrn, 9. - 11. Juni 2023



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