Die Perchtnacht, der „Tag der Erscheinung“


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Percht | Schiachpercht

Während der „Heiligen Zeit“ oder der „heiligen Nächte“ zwischen dem 21. Dezember und dem 6. Januar hat sich im Alpenraum lange die Tradition gehalten (teilweise bis heute) den drei Frauen, die um diese Zeit an und in Haus und Hof erscheinen, den Tisch herzurichten und Speisen aufzulegen. Die drei haben vielerlei Namen und zeigen sich in unterschiedlichen Gestalten. Es waren und sind bis heute – je nach Region - die Saligen, die weißen Frauen, die drei Schwestern, die drei Jungfrauen, die Holda, oder die Percht.


Hinter all den verschiedenen Namen und Gestalten versteckt sich die jungfräuliche Zyklusgöttinn. Nach der Periode des Vergehens, der sie als die alles Leben-nehmende Göttin in ihrem schwarzen Aspekt vorstand, transformiert sie sich aus sich selbst heraus zur alles Leben-gebenden jungfräulichen Göttin in ihrem weißen Aspekt und steht jetzt der Periode des Werdens vor.


Die heiligen Nächte, die mit der Perchtnacht zu Ende gehen, stehen für eine Schwellenzeit. Es ist die Zeit zwischen der dunklen und der hellen Zeit. Es ist die Zeit des Übergangs - von der Periode des Vergehens in die Periode des Werdens.


Vom Kommen der jungfräulichen Göttin hing es ab, ob nach der dunklen Zeit das Licht, das Leben, die Vegetation, die Fruchtbarkeit zurückkehren.


Als Percht, was sich von „Perahta“ ableitet und sowohl die „Verhüllte“ als auch die „strahlend leuchtende“ bedeutet, garantiert sie das alljährliche wiedererscheinen der Sonne. Deshalb wurde auch der 6. Januar, der letzte Tag dieser Zeit des Übergangs ihr zu Ehren als „Tag der Erscheinung“ (Epiphanias) gefeiert und sie selbst Epiphania genannt.


Den Übergang von der dunklen zur hellen Zeit finden wir noch heute symbolisch in den Perchtenläufen und in den Masken der alpenländischen Percht. So tragen die Perchten mancherorts eine Doppel-Maske die gleichzeitig die Sonne und die Dunkelheit (den Teufel) repräsentieren oder sie begegnen uns als Schiach- und Schönperchten. Am Erscheinungstag kommen sie als die Strahlenden und Leuchtenden, als Epiphania zu uns und bringt das Licht und das Leben zurück.


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Heil bringenden Schönperchten - Tanz der Tresterer (Zell am See) geschmückt mit den weißen Federn der Frühlingsgöttin

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Goldegger Schönpercht

Die Farbe Weiß steht für den Frühling. Sie trägt das gesamte Farbspektrum - und damit symbolisch alle Potentiale - in sich.


Brauchtum zur Perchtnacht

In Italien kommt noch heute die Bafana (eine Verballhornung von Epiphania), in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar durch den Schornstein und bringt den Kindern die Weihnachtsgeschenke.


Der 6. Januar wird in machen Alpengegenden auch als „der Oberste“ oder als das „große Neujahr“ bezeichnet. Am Abend bzw. in der Nacht zum 6. Januar, der „Dreimahlnacht“ wird viel von drei Speisen gegessen.

Einiges davon wird der Percht über gelassen und auf das Dach, oder vor das Haus gestellt. Mancherorts bleibt auch der Tisch gedeckt und die Reste der Speisen werden für die Percht stehen gelassen.


In manchen Gegenden stellt man die Perchtmilch (Rezept zur Zubereitung der Perchtmilch) vor das Haus, oder Weißbrot, manchmal beides. Mancherorts wird Käse in den Bach geworfen. Alles sind die weißen Gaben an die weißen Frauen.


Die Percht kommt auch als reinigender Wind zu uns. Daher sollten wir in dieser Nacht die Fenster öffnen, damit sie das Alte, nicht mehr Benötigte, mitnehmen kann.