Steingiganten und Kräuter-Tanten
- Gabriele Lukacs
- 9. Nov.
- 5 Min. Lesezeit
Exkursion des österreichischen Radiästhesie Verbandes nach Bad Traunstein am 12. Juli 2025
Am 12. Juli 2025 traf sich eine Gruppe von 25 Radiästheten und Gästen unter der Leitung von Rosa Schwarzl, Verbandspräsidentin, und Roman Pollak, Megalithforscher am Kirchenplatz von Bad Traunstein.
Bad Traunstein ist ein Kurort im Bezirk Zwettl im nördlichen NÖ, dem „steinreichen“ Waldviertel. Bekannt für seine Granitblöcke, die spektakulär im Gelände liegen und für seine „Kräuter-Tanten“ mit ihrem Heilkräutergarten. Darüber hinaus hat ein als Künstler renommierter Pfarrer die dortige Pfarrkirche zu einem viel bewunderten Sakralraum mit fantastischen Kunstwerken um- und ausgebaut.
Dunkelschwarze Wolken hingen am Horizont. Unsere Befürchtung eines schweren Gewitters beschleunigte unsere Schritte zum ersten Besichtigungspunkt: dem Wachtstein.
Dieser Granitfelsen auf 850m Seehöhe ist ein Kraftort besonderer Güte. Schon in vermutlich vorgeschichtlicher Zeit dürfte dieser bizarre Felsen ein Aussichts- und Feuerplatz gewesen sein. Seit dem Mittelalter ist diese Erhebung an höchster Stelle des Ortes als Platz für ein Signalfeuer bekannt. Von hier aus wurde der Feind beobachtet und Nachrichten von Burg zu Burg gefunkt. Eine grandiose Rundumsicht über das Waldviertel und bis zum Ötscher macht den Wachtstein zum dominierenden Platz für Bad Traunstein. Rosa Schwarzl wählte die Aussichtsterrasse als ersten Ort für eine Einstimmung in die geomantischen Platzqualitäten, mit Trommeln und Rasseln und einem besonderen Instrument. Einer der Teilnehmer, Wilfried, blies ein Alphorn und Bonita sorgte für meditative Stimmung mit ihrem Flötenspiel. Zwei

weitere Trommler und etliche Rassler komplettierten das Orchester. Mit dem kräftigen Alphorn und der zarten Flöte eingestimmt, verließen wir den „Wächterstein“ und besuchten als nächstes das sogenannte Wohnzimmer im Freien.
Eine kleine Terrasse oberhalb des Kirchenplatzes am Fuß des Wachtsteins. Hier hat die Gemeinde Traunstein einen Ruheplatz mit Wohnzimmer Möblierung und einem Buchregal errichtet. Der ideale Platz, um Beine und Seele baumeln zu lassen. Eine Infotafel berichtet über die Sagen zum Wachtstein. Sämtliche Plätze der zahlreichen Themenwege des Ortes sind mit Infotafeln bestückt, worauf die örtlichen Sagen und Legenden erzählt werden. Jeder Steingigant hat seine Geschichte und seinen seit uralter Zeit überlieferten Namen.

Daneben auf dem Hang direkt oberhalb des Friedhofs der Pfarrkirche liegt eine mächtige Steinplatte. Glattgeschliffen von Wind und Wetter und nach oben spitz zulaufend, Nord-West ausgerichtet. Darauf liegend hat man den Eindruck des Abhebens, des Fliegens in die Anderswelt, die sich der Mythologie nach im Norden befindet. Diese Empfindung setzte sich dann in der Pfarrkirche fort.
Da die Kirchenführerin mit gebrochenem Bein im Bett lag, übernahm Rosa die geschichtlichen wie radiästhetischen Erklärungen. Die Kirche ist – gegen die Tradition – nach Nord-West ausgerichtet, also genauso wie die erwähnte Felsplatte. Eine Energielinie von der Platte durch die Kirche ist radiästhetisch mutbar. Der Kirchen-Neubau von 1960 sowie die Inneneinrichtung sind ein einziges Kunstwerk des „Künstler Pfarrers“ Josef Elter (1926-1997). Die Gemeinde widmete ihm ein ganzes Museum samt Außenbereich für seine monumentalen Figuren. Auch das Kriegerdenkmal am Kirchenvorplatz ist sehenswert. Bonita sorgte mit ihrem zarten Flötenspiel in der Kirche für eine spirituelle Atmosphäre.
Die ursprüngliche Kirche aus dem 13.Jh. war nach Osten ausgerichtet, und zwar auf das Patrozinium des Hl. Georg, den 23.4. Sie ist noch als Kapelle an der Ostseite erhalten. Ein Bild des Drachentöters befindet sich oberhalb des Altars. Der Drachentöter steht immer für einen Kraftort, den er mit seiner Lanze punktiert.

Gut sichtbar aufgestellt im seitlichen Gewölbe ist ein Grabsteinfragment mit eingeritztem Scheibenkreuz aus dem 13.JH. Wir „vermuten“ hier den Grabstein eines Kreuzritters, der möglicherweise hier begraben ist. Ob Name und Wappen des Ritters auf dem Grabstein waren, lässt sich nicht feststellen. Somit auch nicht, ob er eventuell ein Tempelritter war. Einige Teilnehmer muteten mit ihren Ruten und Antennen sowie elektronischen Anzeigegeräten eine ehemalige Krypta. Der metallene Kerzenständer fand ob seiner energetischen Wirkung besonderes Interesse.

Danach gings zum sogenannten Opferstein. Er befindet sich im Kirchenwald, am Fuße des Schulberges, unterhalb des Wachtsteins. Es ist ein einziger großer Granitblock mit einer großen Schale und Abflussrinne. Diese war – wie das im Waldviertel witterungsbedingt üblich – mit Wasser gefüllt. Die Überlieferung sagt, es sei eine Blutwanne für Opferungen gewesen. Wahrscheinlicher ist die Erklärung, dass das Wasser der Wanne gegen Augenleiden hilfreich sei. Rosa gab uns auch hier wie an allen anderen Plätzen eine Erklärung zu den radiästhetischen und geomantischen Qualitäten des besonderen Platzes. Unerklärlich jedoch erschien uns die Tatsache, dass der tonnenschwere Megalith nur auf kleinen Keilsteinen auflag. So als ob er von Hand auf seinen Platz gehoben wäre. Einige erkletterten das steinerne Ungetüm. Das „Heilwasser“ wurde mit Pendel und Rute getestet. Im jetzigen Zustand allerdings als verunreinigt befunden.
Danach war Einkehr im GH Bauer in Grafenschlag angesagt. Wir waren nicht die einzigen. Zwei Autobusse mit Senioren waren schon vor uns eingekehrt. Erst als diese 100 hungrigen Mäuler abgefertigt waren, kamen wir dran. Wir haben aber das Warten nicht bereut. Die Küche war sehr bemüht, die Speisen vorzüglich.

Wilfried hatte mit dem Alphorn offenbar die Wolkenwand verblasen und so konnten wir unsere Exkursion fortsetzen. Roman führte uns zu einer mächtigen Felswand mit überhängendem Steinplatten und einer enormen Ausreibung in Form einer Wanne, genannt Burg Anschau. Auf einer Anhöhe befinden sich die steinernen Reste der ehemaligen Burg, 1209 erstmals erwähnt, 1380 jedoch zerstört und nicht mehr aufgebaut.

Die Burgruine liegt auf dem freistehenden, 860 m hohen Felskegels, der unmittelbar westl. des Weilers Anschau markant empor ragt. Das Granitplateau hat beachtliche Ausmaße, nämlich 40x50m. Die Burgmauern waren einst 1,20m stark. Ausstemmungen legen eine Brückenkonstruktion nahe. Gebäudereste und sogar ein Zwinger lassen sich noch erahnen. Der spärliche Rest einer Bruchstein Mauer im opus spicatum Muster deutet auf einen nicht unbedeutenden einstigen Ansitz hin. Für uns war der Platz radiästhetisch insofern interessant, als sich die Platzqualität von Kraft und Macht noch nach 700 Jahren erspüren ließ.
Bonita legte sich in die körpergerechte Mulde mit Kopfausnehmung und Ellbogenstütze. Sicher nicht natürlich entstanden unter dem Felsvorsprung, sondern von Menschen so zugerichtet. Für welche Zwecke wollten wir ergründen. Martin, der schlankste unter den Teilnehmern, zwängte sich liegend zwischen einen waagrechten Spalt und Bonita darunter in der Schale, sodass auf diese Weise männliche und weibliche Energieanteile vereint waren. Rosa trommelte einen schamanischen Rhythmus und Wilfried blies in eine große Kaurimuschel. Der ganze Felsen vibrierte vom Schall der Instrumente. An den Stein gelehnt, konnten das alle körperlich wahrnehmen. Die Bovis Einheiten stiegen dramatisch.
Nach dem Austausch unserer Erfahrungen gings weiter mit der Erkundung des Platzes. Steil nach unten, mehr rutschend als gehend, erreichten wir eine weiteres gigantisches Felsgebilde mit senkrechtem Spalt. Überhängende Platten mit glatter Unterseite machten uns die gängige Erklärung der sogenannten Wollsackverwitterung schwer vorstellbar. Bonita erkletterte einen ebenen Standpunkt und positionierte sich in der Spalte. Rosa trommelte. Wir hatten das Bedürfnis, tanzen zu wollen, was auch einige mit rhythmischen Bewegungen zum Trommelschlag taten. Bevor Bonita von ihrem luftigen Standplatz in schwindelnder Höhe in imaginäre Sphären abhob, geleiteten sie starke Männerarme sicher wieder herunter.
Auf unserer Route lag auch ein sogenannter Wackelstein. Ein Granitblock, der nur mittig auf einem anderen Felsblock aufliegt. Zwei starke Kerle versuchten, ihn zu bewegen. Vergebens, er rührte sich nicht. Dann kam Steffi (aus Cloppenburg/D), zarte 50kg, und der Stein schien sich um Millimeter zu bewegen. Oder war’s eine Einbildung?
Ein weiterer sehenswerter Kraftplatz befindet sich 2,5 km NW von Bad Traunstein, beim Pferdebauern in Anschau. Roman erwirkte die Erlaubnis des Bauern, dass wir mit 10 Autos parken und seinen Wald betreten durften. Auch hier hatten wir den Eindruck eines ehemaligen Bauwerks aus längst vergangener Zeit. Die Granitfelsen wirken wie gestapelt.
Mit kraftvollem Trommelwirbel verabschiedeten wir uns von der Ruine. Auf dem Weg wuchs roter Holler in einer Intensität, wie er selten zu sehen ist.
Abschließend bedankten wir uns bei Rosi und Roman und natürlich beim Wettergott für den prachtvollen Tag ohne Regenschauer, dafür mit vielen intensiven Erlebnissen. Die gemeinsamen Erfahrungen mit der Wirkung der Steingiganten und Kraftplätze schweißte uns zu einer harmonischen Gruppe zusammen. Die nächsten Wanderungen sind in Vorbereitung und können auf der Homepage des Verbandes eingesehen werden.
Alle bedankten sich für die Organisation dieser ganz einzigartigen Führung.

Wanderkarte Bad Traunstein. Free download https://www.bad-traunstein.at/fileadmin/tourismus/wandern/badtraunstein-wandern-karte-komplett.pdf
Fotos: Gabriele Lukacs und Hannes Taibl






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