top of page
  • Instagram
  • Facebook

Neue Website: Tirols steinerne Spuren

„Auf megalithischen Pfaden durch Tirol“ nennt sich eine soeben online gestellte Website einer Gruppe von ‚Citizen Scientists‘, einer ‚Bürger-Forscher-Gruppe’.


Die Site www.schalenstein.net präsentiert Ergebnisse einer Forschung mit dem Ziel, uralte Spuren prähistorischer Menschen in Tirol wieder zu entdecken und zu kartieren.


Die Gruppe von ‚Bürger-Forschern‘ hat es sich seit einigen Jahren zur Aufgabe gemacht, Steinsetzungen in den Tiroler Alpen aufzufinden. Dazu zählen Menhire, also aufrechtstehende Steine sowie ‚Schalensteine‘, in deren Steinoberflächen sich künstlich eingebrachte Vertiefungen in Form einer Schale befinden. Steinkreise wiederum sind kreisförmig angeordnete Menhire. Das wohl berühmteste Beispiel dafür ist die monumentale Steinkreisanlage von Stonehenge.

 

Glaubte man vor einigen Jahrzehnten noch, dass der Alpenhauptkamm kaum von Menschen überquert worden sei, hat sich das seit dem Auffinden von Ötzi grundlegend verändert. Ausgrabungen im Sellrain belegen eindrucksvoll, dass Menschen schon vor 11.000 Jahren über 1.000 Jahre hinweg in knapp 2.000 m Seehöhe ein sommerliches ‚Jagdlager‘ in den Alpen betrieben hatten.

 

Wie fanden prähistorische Jäger ihre Wege in den Alpen?

 

Eine Frage stellte sich lange im Zusammenhang mit vorgeschichtlichen Alpenbegehungen: Wie fanden die Menschen den ‚richtigen‘ Weg durch diese Urlandschaft? Hunderte Kilometer mussten sie durch unwirtliche Täler und Höhen zurücklegen, um vor 11.000 Jahren beispielsweise das Jagdlager im Fotschertal des Sellrain zu erreichen.

 

Die erste, markante Erkenntnis der Bürger-Forscher: Alpine Höhenpfade waren damals regelrecht ‚beschildert‘. Menhire und Schalensteine, ja sogar Steinkreise säumten und säumen heute noch einstige Routen der prähistorischen Jäger. Eindrucksvoll belegbar ist dies im Viggartal, durch das ein archäologisch nachweisbarer Pfad geführt hatte. Und genau entlang dieses Pfades fanden sich Menhire, Schalensteine und Steinkreise.

 

Steinsetzungen wurden penibel mit speziellen Steinen ‚unterfüttert‘. Es handelt sich um spezielle Steine, die einst unter großem Druck und großer Hitze geformt wurden und ‚Raetiasteine‘ genannt werden. Nun konnten sich die prähistorischen Jäger mit Hilfe von Pendeln über große Distanzen hinweg orientieren. Quasi ein prähistorisches GPS. Es sind übrigens genau dieselben Steine, wie sie auch in Erzlagerstätten natürlich vorkommen. Ein Umstand, der es den ‚Venedigermandln’ im Mittelalter ermöglichte, Erze für ihren Auftraggeber, die Republik Venedig,  im Hochgebirge mit Wünschelruten zu finden.


1

Der Plejaden-Schalenstein von Burgstein

Er ist einer der wohl schönsten Schalensteine in Tirol und liegt auf einem kleinen sehr markanten Plateau, einem Weiler von Längenfeld im Ötztal, der zurecht den Namen Burgstein trägt. Hier inmitten eines Feldes, am Rande eines einst prähistorischen Weges Richtung Süden, liegt dieser Schalenstein mit den immer noch bemerkenswert tiefen Schalen.

Dieser Schalenstein hatte eine Doppelfunktion, die öfters vorkommt, einmal von Norden kommend als Wegweiser nach Süden aber auch als Grabesinschrift bzw. Anbetung. (Im nahe angrenzenden Waldstück liegt ein umgefallener eingewachsenen Menhir wo das Grab einer Schamanin vermutet wird)

2

Menhir-Reihe bei der Pforzheimer Hütte

Dieser wunderschöne Menhir ist Teil einer Reihe von Menhiren im Gleirschtal/Sellrain am Weg zum Gleirschjöchl direkt hinter der Pforzheimer Hütte. Er säumt einen uralten Pfad und Übergang ins Ötztal (Samerschlag) und ist Teil eines vermutlich großen prähistorischen Kultplatz der auf die Lampsenspitz ausgerichtet ist.

3

Steinkreis beim Grünwalderhof, Igls

Teil der komplexen Schalenstein-, Menhir- und Steinkreisansammlung am Rosengarten und Goldbühel bei Igls


Das Rätsel der Schalensteine scheint gelöst

 

Während sich Laien seit Jahrzehnten fragen, weshalb Menschen in der Vorzeit halbkugelförmige Vertiefungen in teils hartem Gestein angebracht haben, hat sich die Archäologie bislang zu diesem Thema erst gar nicht geäußert. Einig war man sich nur darin, dass die Menschen mit ihren einfachen Mitteln die Löcher nicht aus Jux und Tollerei in harte Steine gebohrt hatten.

 

Die Tiroler ‚Citizen Scientists‘ bieten hier eine völlig neue, geradezu revolutionäre Hypothese an. Sie sind überzeugt, dass die Schalen und deren Anordnung ein codiertes Informationssystem mit vorzeitlichen Piktogrammen sind. Diese ‚Schalensteinschrift‘ gibt nicht nur Hinweise auf Höhlen, Wasser, Seen. Sie dürfte auch kultische Bedeutung gehabt haben.

 

Neben den ‚Informations-Schalensteinen‘ gibt es auch viele Steine, auf denen Sternbilder eingebracht und Sonnwenden prognostiziert werden können. Was wiederum wichtig für die Bauern war, die einen Anhaltspunkt für die Ausbringung der Saat bzw. die Ernte haben mussten.

 

Thomas Walli-Knofler und Werner Kräutler fassen die bisherigen Ergebnisse ihrer jahrelangen Nachforschungen in den Tiroler Bergen in einem Buch zusammen, das im Herbst erscheinen wird.  Es beinhaltet die bisherigen Ergebnisse der Forschungsarbeit.

Kommentare


Zum Verbands-Newsletter anmelden

Wir halten dich am Laufenden! Bitte bestätige Deine Anmeldung zum Newsletter über die E-Mail, die Du soeben bekommen hast.

  • Instagram
  • Facebook

©2026 Österreichischer Verband für Radiästhesie und Geobiologie

bottom of page